Technischer Aspekt des Projekts

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Vom Abwasser zum Biogas...

Die „STEP La Wantzenau" ist die viertgrößte Kläranlage Frankreichs mit einer Aufbereitungskapazität von 1.000.000 „Einwohnergleichwerten". Das in dieser Anlage erzeugte Biogas (ca. 2,5 Millionen m3/Jahr) wird gegenwärtig direkt am Standort verwertet: zum Beheizen der Faulbehälter und Gebäude, zur Stromerzeugung per Kraft-Wärme-Kopplung und anstelle von Heizöl. als Brennstoff für die Wärmebehandlung der Schlämme.

Die wichtigsten Schritte der Biogasgewinnung aus Abwasser :

  • Durch Entfernen ungelöster Stoffe aus dem Abwasser entsteht Primärschlamm.
  • In der biologischen Stufe und bei der Nachklärung wird Belebtschlamm gewonnen.
  • Nach dem Eindicken wird ein Teil des Primär- und Belebtschlamms in zwei Faulbehälter geleitet. Hier findet eine Fermentation unter Sauerstoffabschluss (anaerobe Gärung) statt: im Laufe dieses Prozess entsteht Biogas.
  • Das auf diese Weise erzeugte Biogas wird in einem Gasometer gespeichert. In der derzeitigen Anordnung der Kläranlage wird dieses Gas ausschließlich vor Ort verwertet.

...vom Biogas zum Biomethan :

Obwohl durch die Biogasverwertung für den Eigenbedarf der „ökologische Fußabdruck" der Kläranlage Straßburg-La Wantzenau deutlich verbessert werden konnte, weil der Ausstoß von Treibhausgas in die Atmosphäre vermieden wird, eröffnet eine andere Technologie noch bessere Aussichten in Bezug auf Energieeffizienz und Umweltnutzen: die Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz.

In diesem Fall wird die bestehende Biogasanlage durch eine spezielle Filter- und Reinigungsanlage ergänzt. Durch dieses Reinigungsverfahren wird das „Rohbiogas" in ein erdgasähnliches Gas mit einem Methangehalt von mindestens 97% umgewandelt. Dieses Gas ist dann völlig konform zu den geltenden Verordnungen und zu den Vorschriften des örtlichen Gasversorgers (hier: Réseau GDS). Diese legen die geforderten Merkmale für das in das Netz des Versorgers einzuspeisende Gas, unabhängig von dessen Herkunft, genau fest.

Das Verfahren zur Umwandlung von Biogas in Biomethan steht im Mittelpunkt des Projekts Biovalsan.

Gegenwärtig werden vom Projektteam verschiedene Reinigungstechniken auf ihre Eignung untersucht.

Biomethan in den Leitungen : Odorierung, Verdichtung, Einspeisung

Bevor das Biomethan verdichtet und in das Netz eingespeist wird, muss es gemäß den Vorschriften des Gasversorgers eine Odorierung durchlaufen. Nichts unterscheidet es dann mehr von dem im Versorgungsnetz zirkulierenden konventionellen Erdgas.
Réseau GDS als Betreiber des Versorgungsnetzes gewährleistet die Qualitätskontrolle des Gases, reguliert die eingespeiste Menge und zählt das Gasvolumen am Einspeisepunkt.

Verwertung des biogenen CO2

Zwar ist die Hauptfunktion des „Biovalsan"-Verfahrens die Produktion von hochwertigem Biomethan, doch lässt sich damit auch das im primären Biogas enthaltene CO2 vollständig rückgewinnen.